Die Historische Salzstrasse am Hochrhein

Der Grundstoff Salz ist mit der Geschichte der menschlichen Zivilisation stark verflochten. Im Zuge der veränderten Lebens- und Ernährungsweisen hat die Beschaffung von ausreichend Salz stets an Wichtigkeit gewonnen. Das Salz für die Nord-, Ost- und Zentralschweiz stammte bis zur Entwicklung der Salinen in Basel-Landschaft und Aargau (ab 1837) vornehmlich aus Österreich, Tirol und Bayern. Der letzte Teil des Transports erfolgte vorzugsweise auf dem Wasserweg, über Bodensee, Rhein und andere Flüsse. An Umschlagplätzen wie Lindau, Stein am Rhein und Schaffhausen wurden Zölle und Stapelgebühren abgeschöpft. Die Wegstücke zu Land und zu Wasser waren oft mit Ordnungen reglementiert und von Genossenschaften monopolisiert. Es gab auch Versuche, Zollstellen zu umgehen, was zu lokalen Konflikten führte, so zwischen Schaffhausen und Eglisau.
Spuren der Salzgeschichte finden sich noch heute, besonders sichtbar in historischen Salinen (Bex VD) und heute umgenutzten Salzstadeln (Schaffhausen, Winterthur). Andere Zeugnisse sind verschwunden (Salzhaus Eglisau) oder schwer zu erkennen (Karrenspuren am Stammerberg).
Salz ist eines der ersten Güter, die überregional gehandelt wurden, und die Bedrohung durch Salzmangel motivierte zu grossen Anstrengungen bei Transport und Verteilung. Da die Geschichte der Salzbeschaffung zudem eng mit den Prozessen der Staatsbildung und der Entwicklung von Steuersystemen verbunden ist und auch ernährungsphysiologisch bis in die Gegenwart relevant bleibt, ist die Vermittlung von zentralen Aspekten dieser Geschichte eine lohnende Aufgabe. Dazu soll ein Themenweg entwickelt werden. Die Konzeptskizze hebt die Aspekte der Mobilität und Transregionalität hervor und knüpft damit an die Gegenwart an. Zudem schärft ein Fokus auf die Knappheit bzw. Endlichkeit von Ressourcen das Bewusstsein für zukünftige Entwicklungen.
Der abschliessende Teil der Arbeit bezeichnet Wege, Objekte, Gebäude und historische Persönlichkeiten, die entlang einem Themenweg von Stein a. Rh. bis Pratteln (Saline) in Szene gesetzt werden könnten. Mit sieben Vorschlägen zum Themenweg als nachhaltiges regionaltouristisches Produkt werden Nutzung, Anspruchsgruppen, Vermarktung und Wertschöpfung sowie Finanzierungsmöglichkeiten thematisiert. Im Sinne der angewandten Geschichtswissenschaft zielt die Umsetzung darauf, dass Geschichte(n) durch Beschäftigung mit Objekten, Wegen, Dokumenten und mittels Personalisierung nachvollzogen werden kann/können. Eine ortsunabhängige Vertiefung des Themas durch neue Medien (Webseite oder App) soll zur nachhaltigen Wirkung beitragen.

Diplomarbeit "Die Historische Salzstrasse am Rhein" von Daniel Stotz                                                                                        ----> 

Salz-DA_v06_kompr.pdf

Aktuell

Gegenwärtig bereite ich eine Umsetzung der Vorschläge vor. Dabei gehe ich auf verschiedene mögliche Standortgemeinden für die "Salzpunkte" zu und versuche zu eruieren, mit welchen Mitteln vor Ort spannende Schaustücke vorgestellt werden können. Für die Realisierung der Hintergrundinformationen als Webapps strebe ich die Zusammenarbeit mit einem potenten Partner an.  Weitere Neuigkeiten hoffe ich im Verlauf des Sommers veröffentlichen zu können.

 

Noch aktueller!

Zu Zeiten des "Lockdowns" im Zuge der Covid-19-Krise gilt es flexibel zu sein. Eigentlich war vorgesehen, dass ich dieser Tage in einigen  Klassen der Mittelstufe, die gerade ihre Ortsgemeinde Eglisau im NMG-Unterricht behandeln, je ein kleines Referat zur Salzgeschichte zu halten. Das Virus machte uns einen Strich durch die Rechnung. Nun habe ich aber in Heimarbeit einen 17-1/2-minütigen Film hergestellt und auf Vimeo geladen. Applied History für die Kleinen! Das hat Spass gemacht, und man bildet sich damit digital und pädagogisch auch weiter (und lernt, den Perfektionismus zu relativieren). In diesem Sinne: Mit einer Prise Salz zu nehmen!